Kunst ist mehr als Malen

Ausstellung der Fachgruppe Kunst: Am Gymnasium Sarstedt haben die Schuler die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben
„Oftmals sagen die Schüler, sie könnten gar nicht malen. Was sollen sie denn dann im Kunstunterricht machen?” berichtet Sandra Linschmann, Kunstlehrerin am Gymnasium Sarstedt. Dabei ist der Kunstunterricht gar nicht nur aufs Malen beschränkt – sehr viele spannende Projekte können von den Schülern dort umgesetzt werden. In allen Jahrgangsstufen wird dabei gebastelt, entworfen und gebaut. Die entstandenen Werke hat die Fachgruppe Kunst nun im Schulgebäude ausgestellt. Die künstlerischen Talente sind dabei vielfältig – nicht nur beim Basteln mit Papier und Schere, auch das kreative Werken kommt nicht zu kurz. „Besonders wichtig ist mir, nichts vorzugeben und so die eigenen kreativen Gedanken meiner Klassen zu fördern“, meint Linschmann. „Bei einem Projekt ging es beispielsweise um Proportionen. Nach ein wenig Theorie konnten die Schüler aus Drahtgeflecht eine Puppe entwerfen und bauen – und auch wenn die Proportionen nicht immer realistisch umgesetzt wurden sind tolle Werke entstanden.” Als Beispiel zeigt sie auf Puppe Mimi, die brav im Sekretariat auf dem Stuhl sitzt. Linschmann bedauert sehr, dass viele kreative Unterrichtsfächer wie das klassische Werken abgeschafft worden sind, denn viele Kinder seien sehr geschickt, hätten Lust auf handwerkliche Tätigkeiten. Ihre Kollegen sind genauso interessiert daran, mit ihren Schützlingen künstlerisch zu arbeiten: Da werden Baumhäuser geplant und entworfen, um in der Theorie das räumliche Vorstellungsvermögen zu schulen. Die Umsetzung erfolgte dann mit selbst im Wald gesammeltem Material, der Bau der letztendlichen Ergebnisse in liebevoller handwerklicher Detailarbeit. Auch aus Müllresten werden Selbstbilder entworfen. Kollegin Ines Laurenz erarbeitete zudem mit ihrer siebten Klasse Bilder im Linolschnittverfahren – Footprints und Sohlen mit Namen waren das Thema. „Die 10. Jahrgangsstufe war da schon weiter und hat Selbstporträts entworfen“, erzählt sie stolz. Die Kunstlehrer sind sich einig: Genug Kreativität ist vorhanden, man muss sie nur fördern. „Das Kunstverständnis ist leider immer ein wenig negativ geprägt – dabei entstehen so viele schöne Dinge hier im Unterricht. Und das muss auch gezeigt werden“, meint Linschmann. Sie stellt die Werkstücke regelmäßig in der Schule aus und manche Schüler sind sehr stolz bei dieser kleinen Vernissage, vor allem wenn andere sie begutachten. Dennoch hat Linschmann auch schon größere Ausstellungen organisiert, beispielsweise im Sarstedter Rewe-Markt. „Die Leute kommen halt nicht mehr zur Kunst, dann muss die Kunst eben zu den Leuten kommen“, sagt sie schmunzelnd. Damit die Werke auch eine Würdigung erfahren, werden die alljährlichen Schülerkalender und Eintrittsmappen mit von Schülerhand gemalten Bildern verziert. Abstimmen über das Gewinnerdesign tun dabei die anderen Klassen. Linschmann freut sich auf noch weitere viele tolle Objekte: „Ich bin sehr gespannt auf die vielen Ideen der Schüler! “