Kennenlernen beim Bobby-Car-Rennen

34 junge Franzosen sind zu Gast am Gymnasium Sarstedt / Im nächsten Jahr fahren die Sarstedter in die Normandie

 

Kartoffeln statt Eier – das Balancieren einer Knolle per Löffel und dabei auch noch möglichst schnell eine festgelegte Strecke abgehen, ist keine allzu leichte, dafür eine spaßige Aufgabe. Diese Erfahrung machten eine Gruppe Schüler des Gymnasiums Sarstedt und französische Austauschschüler, die auf dem Schulhof in kleinen Teams zum Löffel griffen. Nicht bei jedem Teilnehmer blieb die Kartoffel auf dem Essbesteck – wohlweislich hatte sich Französischlehrer Stephan Müller gegen Eier entschieden. In beiden Sprachen feuerte er die Schüler bei ihrem Lauf an. Die Heranwachsenden quatschten eifrig miteinander. Denn bei Spiel und Spaß, unter anderem gab es ein Bobby-Car-Wettrennen, sollen sie sich besser kennenlernen und miteinander kommunizieren. So werden Sprachbarrieren abgebaut, sagte Andrea Duclos, die in Frankreich Deutschunterricht erteilt. 34 junge Franzosen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren sind derzeit begleitet von drei Lehrerinnen in Sarstedt zu Besuch. Elf Tage bleiben sie, dann geht es zurück nach Fleury-sur-Andelle in der Normandie. Dort besuchen sie das College Guy de Maupassant. „Die Leute hier sind viel ruhiger als in Frankreich“, stellt die 14-jährige Lilou Ruinet fest, die sich erstmals in Deutschland aufhält. Positiv aufgefallen sind ihr die unheimlich vielen Radwege und Fahrradfahrer. Ihre Mitschülerin Marie-Lou Gautíer (13) findet es bemerkenswert, dass viele Sarstedter Schüler zu Fuß zur Schule gehen, in ihrer Heimat wird hauptsächlich der Bus genutzt. Für sie ist der deutsch-französisch Austausch eine gute Erfahrung, denn Land, Leute und die Sprache sind für die 13-Jährige neu. Mitschüler Marius le Floch will bei dem Austausch Deutschland und verschiedene deutsche Städte entdecken und kennenlernen. Neu und etwas eigenartig ist für ihn, dass es hierzulande Schinken zum Frühstück gibt. Die französischen Gäste sind bei Gymnasiasten der Jahrgänge acht und neun untergebracht, wo sie laut Müller das Leben in Deutschland kennenlernen sollen. Der 15-jährige Niklas Schubert kann sich relativ gut mit seinem Besucher unterhalten – und zwar auf Deutsch. Im Notfall kommen auch mal Hände und Füße für die Kommunikation zum Einsatz. Der Neuntklässler freut sich aufs nächste Jahr, dann steuern die Sarstedter die Normandie für einen Gegenbesuch an. Bereits im vergangenen Jahr nahm Niklas am Schüleraustausch teil. Auf die Frankreichreise freut sich auch die 13-jährige Charlotte Satli, die bereits bei einem Paris-Aufenthalt französische Luft schnuppern konnte.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 25.09.2018