Jugendliche fordern Verbot für Plastikflaschen in der Schule

Zehntklässler vom Gymnasium Sarstedt sagen dem Kunststoff den Kampf an

„Was können wir in unserem Alltag ändern?“, fragt die 16-jährige Leonie ihre Lehrer und Mitschüler, die sich am Donnerstagmorgen im Gymnasium Sarstedt versammelt haben. Leonies Klasse, die 10fl1, hat sich in den vergangenen Monaten nämlich einem bestimmten Thema gewidmet: Plastik. In den kommenden Wochen stehen die Ergebnisse des Projekts „GySar for future“ in der Schule aus.

„Alles begann mit dem Spiegel-Artikel ’Der dreckige Rest’“, erklärt Johannes. Darin wird berichtet, dass Deutschland seinen Plastikmüll nach China schifft und das als Recycling betitelt. „Wie ist das legal?“, fragten sich Johannes und seine Klassenkameraden. Daraufhin haben sie sich mit Plastik, Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. „Wir haben den Film ’Plastic Planet’ geschaut, mit Kunststoff experimentiert, Supermärkte in Sarstedt auf ihre Plastikfreiheit im Sortiment überprüft und bei ’fridays for future’ teilgenommen“, erzählt Leonie. Im Unterricht und darüber hinaus versuchten die Zehntklässler eine Antwort auf die Frage zu finden, was sie an ihrem Alltag ändern können, um weniger Plastikmüll zu erzeugen. Viele ihrer Ideen und herausgefundenen Informationen präsentieren die Schüler nun bis Schuljahresende in einer Ausstellung – auf Plakaten, Schildern und Objekten zum Anfassen.

Das eigentliche Ergebnis lautet aber: Ab dem kommenden Schuljahr gibt es einen Wasserspender aus Edelstahl am Gymnasium Sarstedt. Der hält bis zu 60 Liter gekühltes Wasser parat – Sprudel und Still. „Wenn die Nachfrage groß ist, wird es noch einen Zweiten geben“, sagt Schulleiterin Christine Klein. Mit dem Wasserspender sollen Einwegflaschen am Gymnasium Sarstedt reduziert werden. Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine und die Firma Kelvion sponsern dafür außerdem 300 Edelstahlflaschen, die immer wieder befüllt werden können. Die verkaufen die Schüler aus der 10fl1 dann in den Pausen oder auf Elternabenden an ihre Mitschüler.

So weit, so gut. „Wir wünschen uns aber ein Verbot für Plastikflaschen an unserer Schule und dass die Lehrer uns das auch vorleben“, sagt Leonie. Sie selbst sei „privat auch öko“, kaufe unverpacktes Gemüse und lebe sogar vegan. Klassenkameradin Finja nutzt „schon lange“ keine Plastiktüten mehr. „Man kann nicht alles auf einmal umstellen, meist ist die Anschaffung von nachhaltigeren Produkten sehr teuer. Aber das lohnt sich“, so die 16-Jährige.

Die Ausstellung des Projekts „GySar for future“ kann unter anderem am kommenden Mittwoch, 19. Juni, auf einem Schulfest von 16.30 bis 21 Uhr im Gymnasium Sarstedt besichtigt werden.

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