„Willkommen, Fünftklässler“

Noch vor wenigen Wochen war die Stadthalle prall gefüllt mit Schülern des Sarstedter Gymnasiums in Begleitung von Familie und Bekannten. Nun, am Freitagvormittag ergibt sich ein nahezu identisches Bild – und doch ist alles anders. Ging es damals noch um das Ende der Schulzeit, stehen die 97 neuen Fünftklässler am Anfang ihrer Laufbahn. Die Anspannung und Aufregung im Saal ist fast greifbar. Für die Kinder wirkt alles so groß und fremd – die langen Flure, dutzende Räume, andere Gesichter – seien es Freunde oder Lehrer. Damit der Start leicht fällt, begrüßt Schulleiterin Christine Klein die Neuankömmlinge und versucht gleich, ihnen die Angst ein wenig zu nehmen. Sie steht auf einer mit rot-gelben Ballons geschmückten Bühne, weist in das Konzept mit Fremdsprachen, Bläser- und Forscherklassen ein und zitiert vom „Wunschbaum“. Diesen hatten die Kinder vor einigen Monaten bei den Schnuppertagen mit Wunsch-Blättern für ihre Schulzeit behangen. „Viele Freunde“, steht dort etwa, „gute Noten“, „leckeres Mittagessen“ oder auch „Handys im Unterricht“. Da muss Klein schmunzeln. „Nun ja, jeden Wunsch können wir natürlich nicht erfüllen, aber für die wichtigen werden wir uns auf jeden Fall einsetzen“, verspricht sie. Der Reihe nach werden die ehemaligen Grundschüler aufgerufen. Manche sehr schüchtern, manche aufgeregt, andere ganz lässig – jedes Kind geht damit anders um, am Ende stellen sich die neuen Klassenverbände aber für ein gemeinsames Foto auf. Nach der Aufteilung auf die vier neuen Klassen, gehen diese erst einmal mit ihren Klassenlehrern – jede Klasse hat zwei Betreuer – in die Schule für eine erste Teststunde. In der Zwischenzeit bespricht Klein mit den Eltem noch Organisatorisches: Busfahrpläne, Umgang mit schlechten Noten, Klassenarbeiten. Doch das sind alles Dinge, die die 97 neuen Gymnasiasten erst im Laufe der nächsten Wochen und Monate erfahren werden. Für sie heißt es nun erstmal, sich zu orientieren und anzukommen, in der großen Schule, die sie im kommenden Jahrzehnt fast täglich besuchen werden.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 11.08.2018